Startseite
Wir über uns
Programm
Vereinshaus
Kontakt
Shop
Anfahrt
 


So sieht das Brose-Haus, in dem wir unseren Vereinssitz haben, heute
aus (im Hintergrund der sogenannte Erweiterungsbau, der alle Sanitär-
und Versorgungseinrichtungen enthält): 


Wenn Sie mehr zur turbulenten Geschichte des Hauses wissen möchten,
hier kommen die wichtigsten Einzelheiten:

Das kleine (später südliche) Traufenhäuschen am Eingang zum Brose-Park
wurde 1764 durch Johann Gottfried Palm, seit 1740 Küster zu Pankow, als Alterssitz gebaut. König Friedrich II. stimmte in einer Urkunde vom 13. Juni 1764 dem Bau zu. Eine Kopie dieser Genehmigung ist in unserem Vereinshaus zu sehen.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für wohlhabende Berliner Bürger
immer beliebter, Grundstücke in Niederschönhausen als Sommersitz zu er-
werben. So kamen 1787 u.a. auch die Bankiers Christian Christoph Engel
und Heinrich Friedrich Fetschow hierher. Das Palmsche Häuschen stand zu dieser Zeit leer, wurde von Bankier Engel gemietet und 1789 schließlich erworben.
Engel erwarb weiteren Grund und Boden und schuf damit die Grundlage für den heutigen "Brose-Park". Außerdem baute er (u. auch später seine Witwe,
die wiederverheiratete Marie Amalie Karsten) nördlich des kleines Hauses ein
beinahe gleiches Gebäude (später als nördliches Traufenhäuschen bezeich-
net). Dazwischen, etwas zurückgesetzt, wurde ein sogen. Herrenhaus er-
richtet, zunächst ohne Obergeschoß und ohne Balkon zur Gartenseite.

Nördliches Traufen- häuschen  um 1900

Zu den bedeutendsten Sommergästen gehörte auch der Berliner Bankier
Christian Wilhelm Brose (1781-1870), der seit 1804 regelmäßig Gast der
Witwe Engel war und 1818 das gesamte Anwesen an der damaligen Kaiser-Wilhelm-Str. (heute: Dietzgenstr. 42) kaufte.

Ch.-Wilhelm Brose
(1781-1870)     

Brose ließ das Herrenhaus umfangreich erweitern und schuf ein insgesamt
3-teiliges Ensemble (nördliches Traufenhäuschen, Herrenhaus, südliches Traufenhäuschen), das in der Folgezeit durch die Gärtner Bennickenstein
und Kratzenstein in einen Garten im englischen Stil integriert wurde. Das (Palmsche) südliche Traufenhäuschen wurde vom Gesinde genutzt, das nördliche Traufenhäuschen teilweise als Pferdestall. Das ausgebaute Herrenhaus diente der Familie Brose und ihren Gästen als Sommerresidenz.
Der kunstsinnige Hausherr sammelte nicht nur Werke namhafter Künstler sondern umgab sich auch mit bekannten Persönlichkeiten seiner Zeit, wie Christian Daniel Rauch, Karl Friedrich Schinkel, Franz Krüger, Ludwig Tiek,
um nur einige zu nennen.

Winterbild um 1910   

Über 100 Jahre blieb das Anwesen im Besitz der Familie Brose. 1919 erwarb
es die Gemeinde und 1920 wurde der Brosepark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Häuser wurden vermietet.

Herrenhaus Gartenseite um 1936

1943

Der 2. Weltkrieg hinterließ auch an den Broseschen Häusern seine Spuren.
1944 traf eine Fliegerbombe das Herrenhaus, das nördliche Traufenhäus-
chen erlitt schwere Schäden. Letzteres wurde 1958 wegen Baufälligkeit ab-
gerissen. Das Haupt- (Herren-) Haus wurde wegen der Kriegsschäden 1960 abgetragen. Lediglich die Freitreppe zur Gartenseite (heute Parkseite) er-innert heute noch an seine Existenz.  

Herrenhaus 1944

Das südliche (Palmsche) Traufenhäuschen dagegen überstand den Krieg fast unbeschädigt. Während des Krieges waren das Fotoatelier Heinrich und ab 1945 der Grafiker Krenz darin untergebracht. Später wurde es vom Garten-bauamt Pankow übernommen und als Wohnraum für Angestellte genutzt. Zu DDR-Zeiten wurde nichts zum Erhalt des Häuschens getan, so dass es 1988 wegen Baufälligkeit geräumt werden musste und danach zusehend verfiel.

(Südliches) Traufen-häuschen
um 1980


Innen-
ansicht
1991

Um das Jahr 1991 besuchte der damalige Bausenator Nagel in Begleitung
des damaligen Bezirksbürgermeisters Lüderitz Niederschönhausen und war
von dem (Traufen-) Häuschen und dessen maroden Zustand derart berührt, dass der Beschluß gefasst wurde, dieses "Kleinod" zu erhalten.
Eine für 1992 geplante Restaurierung war praktisch nicht mehr möglich, so dass das Häuschen komplett abgetragen und mit Mitteln des Senats von
Berlin neu aufgebaut wurde. Neu hinzugefügt werden musste der sogen. "Erweiterungsbau" (hinter dem Traufenhäuschen) in dem Küche, Toiletten
und Heizung untergebracht wurden.  

Bauschild 1993

"Rohbau"
vom Er-
weiterungs-
bau  

Rohbau
südliches
Traufen-
häuschen

Für die Inneneinrichtung stellte die Berliner Bank als Sponsor die erforder-
lichen Mittel zur Verfügung. Auf Grundlage einer von unserem Vorstands-
und Vereins-Mitglieds Christian Brose erstellten Konzeption erhielt der "Freundeskreis der Chronik Pankow e.V." im Juni 1994 das Nutzungsrecht. 

Von der ehemals dreiteiligen Hausanlage der Familie Brose ist somit ledig-
lich noch das südliche Traufenhäuschen (heute als "Brose-Haus" bekannt)
erhalten und bildet seit 1994 den Mittelpunkt unseres Vereinslebens.


  Top