Die Ortsgeschichte erschließt sich aus vielen Quellen. Nur wenige Autoren haben in der Vergangenheit versucht, systematisch darzustellen wie dasentstanden ist was wir heute vorfinden. Zu nennen sind hier u.a. Ernst Rehfeldt (Niederschönhausen), L. May, Rudolf Dörrier (Pankow) und in neuerer Zeit Ralph Hoppe oder Inge Lammel (Jüdisches Leben). Zu manchen Teilen der Geschichte gibt es darüber hinaus spezifische Werke (z.B. Städtchen, Denkmäler).
Unter dem Titel ‚Große Stadt aus kleinen Steinen – Ein Beitrag zur Geschichte des 19. Berliner Verwaltungsbezirks (Pankow)“ schrieb Otto Jacobi eine umfangreiche Artikelserie im Anzeiger für den Berliner Norden. Ende 1936 erschienen diese Beiträge in erweiterter Form auch als Buch.

Der Band listet alle Straßen Alt-Pankows auf und erzählt ihre Geschichte und geht im Detail auf jedes Haus ein. Ergänzend finden sich Zusammenhangsdarstellungen für viele Aspekte wie das Verkehrswesen.

Otto Jacobi und Carl Gießmann schreiben als Herausgeber im Vorwort:
„Nicht als eine Geschichte Pankows, sondern als ein kleiner Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der freundlichen, grünen Stadt an der Panke, die wir alle lieben, als ein kleiner Beitrag zur Geschichte eines der Tradition getreuen neuen Deutschlands, dem unser ganzes Herz gehört.“
Wenn man heute in dieses Werk blickt, muss man es immer auch kritisch lesen. In der faschistischen Zeit mussten sich alle Medien dem Diktat der NSDAP unterwerfen. Schriftleiter hatten die Aufgabe, in jeder Zeitung sicherzustellen, dass alle Inhalte auf ‚Linie‘ waren. Das gilt natürlich auch für das obige Zitat aus dem Vorwort und das gesamte Buch.
Mit über 400 Seiten ist Jacobis Werk ein Schwergewicht. Am Ende findet sich ein kurzes Verzeichnis der Straßen und einiger weniger im Buch beschriebener Personen.
Vor einiger Zeit wurde ich in der Sammlung des Freundeskreis der Chronik Pankow fündig. In einem Schnellhefter fand sich der Ausdruck einer Namensliste. Sie enthält alle namentlich von Jacobi genannten Personen mit Funktion, Straße und Seitenzahl. Fast 3.000 Namen sind hier verzeichnet. Mit einigem Aufwand konnte diese dank Künstlicher Intelligenz wieder in eine durchsuchbare Liste umgewandelt werden. Die Namen der Autoren der ursprünglichen Fleißarbeit sind mir leider nicht bekannt.
P.S.: In der Sammlung des Freundeskreis der Chronik Pankow e.V. liegt von Jacobis Werk leider nur eine Fotokopie vor. Falls jemand das Buch noch in seinem eigenen Bücherschrank liegen hat und dieses entbehren kann, würden wir uns freuen, dies in unserer Sammlung aufnehmen zu können.

